Tag 7: Stefanie und die ultimative Hölle in Wortform

10.12.2018 00:50 Uhr

Stefanie ist quasi meine Betty Ford der Selbstmedikation. Ich überlegte vor Jahren, ob ihre Seite oder die der anderen die ist, auf die es sich zu stellen gehört. Wie ich es bereits am ersten Tag dieses Blogs schrieb, ist Kunst relativ. Wir sind die gleiche Generation und erleiden als ehrgeizige “Künstler”/”Autoren” die gleichen Höhen und Tiefen. Haben auch das gleiche dicke Fell und wenn wir uns nicht bemühen, beide einen total verrückten Dialekt.

Anekdote des Tages

Stefanie ist quasi meine Betty Ford der Selbstmedikation. Ich überlegte vor Jahren, ob ihre Seite oder die der anderen die ist, auf die es sich zu stellen gehört. Wie ich es bereits am ersten Tag dieses Blogs schrieb, ist Kunst relativ. Wir sind die gleiche Generation und erleiden als ehrgeizige “Künstler”/Autoren die gleichen Höhen und Tiefen. Haben auch das gleiche dicke Fell und wenn wir uns nicht bemühen, beide einen total verrückten Dialekt. Als Steffis Werke von jemandem mit “Informationsmüll” betitelt wurden, fiel mir das “Klagelied” ein, dass meine Arbeit geerntet hat. Als sie im Anschluss vom gleichen Menschen für ihre Schreibe noch ein herablassendes “als Bildungsangebot könnte es höchstens für Berliner Schulen herhalten” bekam, war ich mir der Seitenwahl sicher. Überhaupt, was haben hier Berliner Schulen verloren? Was unterscheidet Berliner Schulen von anderen Schulen? War das Ironie, Sarkasmus, Beleidigung, Lob? Blieb offen.

Im WDR Die Story sah ich diese Woche eine Dokumentation zum “Überwachungskapitalismus” und wie schlimm es in der Welt zugeht. Total bescheuert, sich aufzuregen, wenn doch der Kapitalismus die Grundlage unseres Gesellschaftssystems ist. Man könnte ja nun den Begriff der Kapitalismusangst erfinden, aber das hat Konrad Fischer für die WirtschaftsWoche 2011 schon getan. Kudos und schon gut.

Warum nun ein Drift zum Kapitalismus, obwohl es um Liebe gehen sollte, um Worte, um Sprache? Nun, Kunst und Kultur finden halt nicht zwangsweise ohne Kapitalismus statt. Nimmst du einen Stift und schreibst Erlebnisse auf, kannst du es für dich tun, falten und wegpacken. Aber was, wenn du diese Erlebnisse in Bücher drucken lässt? Na, dann hast du den Salat!

Weil heute Montag ist und damit ihr den heutigen glatt noch schöner findet, bekommt ihr ein paar positive Worte mit: ich wünsche euch bestes Gelingen, Anerkennung und passende Gelegenheiten. Dazu ein paar Zitate von Stefanie (Sprengnagel):

  • “Ich finde Erfolg würde die Pointe in meiner Biografie kaputt machen.”
  • “Seit ich einen Job habe, den auch ein Affe ausüben könnte, fühle ich mich endlich wie ein richtiger Mensch.”
  • “Das Spannendste hier im Callcenter ist immer der Moment, in dem ich nicht weiß, aber sehr stark hoffe, dass der Furz leise wird.”
  • “Ich liebe meinen Job – es ist pure Selbstverwirklichung als gesellschaftlicher Versager!”
  • “Ich habe keine Zukunftsangst, die Zukunft hat Angst vor mir.”
  • “Ich habe heute am Reumannplatz einen Müllmann mit einem ‘Wasted Youth’-T-Shirt gesehen.”
  • “Du merkst, dass du Working Class bist, wenn deine Familie nur 6 Gewürze im Küchenkästchen hat.”
  • “Die Leute sind total unfreundlich am Telefon, wenn man total unfreundlich zu ihnen am Telefon ist.”
  • “Wir sind die Generation, die mit 30 noch drüber redet, was man mal werden will, wenn man groß ist.”
  • “Irgendwie hat sich das jahrelange Saufen gehen schon ausgezahlt. Immer mehr Leute, die ich dadurch kennen gelernt hab, werden schön langsam erfolgreich und dann kann ich ihre Wohnung putzen”.

 

Zitat des Tages

“Mein Ding ist halt der Humor und der hat es immer schwer, von der Hochkultur ernst genommen zu werden.” – Stefanie Sprengnagel

Musikstück des Tages

Fuck ups von Spitting Off Tall Buildings